Asiatischer Hausgecko (Hemidactylus frenatus )

Stand vom 22.4.2011

Allgemeines:

In Zoofachgeschäften oder Zoos insgesamt werden diese Geckos meist als „asiatischer Hausgecko“ angepriesen und sind bedingt durch die große Stückzahl die importiert wird sehr häufig zu finden. Als sogenannter Kosmopolit sind sie in der Terraristik für Anfänger sehr zu empfehlen um erste Schritte in der Reptilienhaltung zu tätigen. Leider finden Hemidactylus frenatus meist zu Unrecht wenig Beachtung und viele Halter wissen nur wenig über diese Tiere und die Pflege, manche können sie von anderen Arten nichteinmal unterscheiden. Auch im Handel kommt es oft vor dass verschiedene als „Hausgecko“ klassifizierte Arten bunt gemischt verkauft werden. Diesem Zustand möchte ich mit diesem Haltungsbericht entgegenwirken und die Haltung im Terrarium erklären.


Fangen wir mit einer näheren Beschreibung dieser Art an. Hemidactylus frenatus besitzt einen schlanken, leicht abgeflachten Körper mit länglichem, etwas abgesetzten, Kopf. Die Pupillen sind elliptisch geformt und schwarz. Die Kopf-Rumpflänge beträgt maximal sieben Zentimeter, die Gesamtlänge meist etwa 14cm bei ausgewachsenen Tieren. Für eine genauere Unterscheidung von beispielsweiße Hemidactylus brookii müssen die Beschuppungsmerkmale genauer betrachtet werden. Hemidactylus frenatus besitzt acht bis zwölf, meist aber zehn oder elf, Oberlippenschilde und sieben bis zehn, meist neuen, Unterlippenschilde. Mit den Unterlippenschilden stehen zwei bis drei Kinnschilde in Kontakt. Bei dem sehr ähnlich aussehenden Hemidactylus garnotii sind die beiden Schildtypen durch kleinere Schuppen getrennt. Ventorale Bauchfalten (am Übergang von Flanken und Bauch) fehlen, die Bauchschuppen sind größer als die Rückenschuppen, rundlich, glatt und in 28-36 Reihen angeordnet. Die fünf Zehen an jedem Fuß sind nicht durch Häute miteinander verbunden und weißen sieben bis zehn Haftlamellen, sechs bis neun davon Gattungstypisch mittig geteilt, auf. Hemidactylus frenatus gehört zu den sogenannten Halbfinger-Geckos, das bedeutet sie haben auch Krallen. Der Schwanz ist leicht abgeflacht, mit kleinen Schuppen bedeckt und etwas länger als Kopf und Rumpf. Auf der Schwanzunterseite ist die mittlere Schuppenreihe breiter. Die Färbung ist sehr variabel, meist besitzen diese Tiere eine graubraune Grundfärbung mit dunkleren und helleren Zeichnungen. Der Bauch ist leicht gelblich bis weißgrau. Nachts wirken diese Tiere etwas blasser als am Tag.

Die Geschlechter lassen sich leicht erkennen, bei Männchen sind sehr deutlich die Hemipenistaschen zu erkennen. Männchen werden auch geringfügig größer als Weibchen, allerdings ist die Größe kein zuverlässiges Bestimmungsmittel.

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile der Erde. Hemidactylus frenatus ist ein sogenannter Kosmopolit oder auch Kulturfolger. Anzutreffen ist er im Indoaustralischen Archipel, teilen Australiens, den Philippinen, Taiwan, Japan, Vietnam, Malaysia, Singapur, Pakistan, Hongkong und die Komoren. Zudem wurde er nach Mexiko, Madagaskar, Mauritius, La Réunion, Somalia, Panama, Texas, Florida, Costa Rica und Südafrika eingeschleppt. Diese Art lebt vorwiegend in tropischen Regen- und Feuchtgebieten aber auch in vielen Siedlungen mit ähnlichen Bedingungen bezüglich der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur. In dortigen Siedlungen sind oft in Lichtnähe einige Tiere bei der Jagd zu beobachten oder an Mauern und Dachbalken zu finden. Auf Mauritius konnte ich abends einige Tiere in meinem Hotelzimmer finden als sie durch das Licht angezogen wurden.


Die vorwiegend nachtaktiven Tiere sind gegen Mitternacht am aktivsten. Sie sind sehr geschickte Kletterer was sie den Haftlamellen an ihren Füßen verdanken, es ist keine Seltenheit sie an senkrechten Wänden empor klettern zu sehen. Im Lichtschein von Hausbeleuchtungen warten trotz ihrer innerartlichen Aggressivität meist mehrere Tiere auf Beute. Tags über verstecken sie sich in ihren Verstecken. Das Jagdverhalten ist sehr interessant, wird eine potentielle Beute erspäht bewegt sich der Gecko sehr schnell in die jeweilige Richtung und schleicht sich schlussendlich bis auf wenige Zentimeter an die Beute heran. Der finale Satz wird wohl durch eine Bewegung des Beutetieres ausgelöst. Dies verhält sich in der Terraristik ebenso. Bei Bedrohungen flüchten sie sehr schnell, bei größerer Bedrängnis werfen sie einen Teil ihres Schwanzes ab.

Die innerartliche Aggressivität ist sehr ausgeprägt und führt in Terrarien oft zu Revierstreitigkeiten. Zu empfehlen ist eine Einzelhaltung oder Paarhaltung. Eine Gruppenhaltung ist abzulehnen.

Haltung:

Als Mindestmaß gelten 30x30x30cm (LxBxH) für ein Tier. Besser wäre es wenn man die Höhe etwas großzügiger gestaltet um das Kletterbedürfnis dieser Art zu befriedigen. Da sowohl Männchen als auch Weibchen untereinander sehr aggressiv agieren können sollte auf eine Gruppenhaltung verzichtet werden! Ein Terrarienmaß von 40x40x50cm (LxBxH) sollte für ein harmonierendes Pärchen ausreichen. Als Bodengrund hat sich ein Erde-Sand Gemisch bewährt welches ca. vier Zentimeter hoch in das Terrarium gefüllt wird und immer leicht feucht gehalten wird. Die Haupteinrichtung besteht aus Klettermöglichkeiten und Pflanzen, die Rück- und Seitenwände können mit Naturkorkplatten verkleidet werden, bei der Rückwand empfiehlt es sich. Die Pflanzen können ruhig das Terrarium zu wuchern, sollten den Bewegungsraum aber nicht zu sehr einschränken. Kletteräste sollten in allen Höhen vorhanden sein und auch verschiedene Durchmesser besitzen, bitte aber darauf achten dass sie bei einer hohen Luftfeuchtigkeit nicht zu schimmeln beginnen.


Die Temperaturen sollten tags über zwischen 24°C und 28°C betragen, punktuell sollten auch 30°C angeboten werden. Nachts kann die Temperatur gerne auf 20°C abfallen. Die Wärme bringt man am besten über die Beleuchtung in das Terrarium. Für ein 40x40x50cm (LxBxH) Terrarium eignet sich als Grundbeleuchtung eine einfache T5-Leuchtstofflampe und ein kleiner Halogenspot. Bei Nachtaktiven Geckos spielt die Wärmestrahlung aber eher eine untergeordnete Rolle, das Licht dient primär der Simulation des Tag-Nacht Rhythmus und dem Gedeihen der Pflanzen. Beleuchtet wird 12 Stunden am Tag, gesteuert wird das über eine Zeitschaltuhr. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 60% und 80% liegen. Im Terrarium sollte alle ein bis zwei Tage gesprüht werden, Hemidactylus frenatus nimmt Feuchtigkeit hauptsächlich über die Wassertropfen auf, die sich auf Glas und Pflanzen bilden. Ein Wassernapf ist somit nicht unbedingt notwendig, schadet aber auch nicht. Kulturfolger sind angesichts der Temperaturen und Luftfeuchtigkeit generell sehr unempfindlich, theoretisch könnten sie auch frei im Zimmer gehalten werden, jedoch ist das ab zu lehnen da sie beim Entweichen aus dem jeweiligen Raum, vor allem im Winter, praktisch keine Überlebenschancen hätten. Auch die optimale Versorgung mit Futter ist in einem Raum nicht gewährleistet.


Die Wöchentliche Pflege des Terrariums besteht vorwiegend daraus den Kot dieser Tiere ab zu sammeln. Meist haben sie eine bestimmte Stelle an der sie Koten was das Absammeln um einiges erleichtert aber man sollte immer wachsam dabei sein, denn durch ihre flinken Klettereinlagen springen sie einem sehr schnell aus dem Terrarium wenn sie sich bedrängt fühlen. Die Scheiben sollten auch ab und an entkalkt werden, dazu nehme ich beide Scheiben heraus und klebe die Front mit einem Müllsack und Tesafilm über diese Zeit zu. Findet man Eier, so sollte man sie in Ruhe lassen, sie sind sehr empfindlich und die Jungtiere schlüpfen auch ohne Inkubation.

 

Ernährung:
Die Ernährung sollte sehr abwechslungsreich gewählt sein damit sich Hemidactylus frenatus nicht an eine Futtertierart gewöhnt. Gefüttert werden bei mir hauptsächlich Fliegen, Motten, Stechmücken, Drosophila, Weberknechte und Mottenlarven. Ergänzt wird das ganze durch kleine Grillen, Heuschrecken, Asseln, Schaben, Ofenfischchen und Mehlwürmer. Selbstverständlich alles in angemessener Größe. Gefüttert wird alle drei bis vier Tage in angemessener Menge, über das Jahr verteilt sollte auch die ein oder andere Futterpause für einen Zeitraum von einer Woche eingelegt werden, das wirkt Verfettung entgegen und die Tiere scheinen dadurch aktiver zu werden. Manche Geckos lecken gerne an Honigtropfen oder Vitaminlösungen, diese können gerne zur Verfügung gestellt werden, jedoch nicht dauerhaft.

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