Geflecktes Dornauge (Pangio kuhlii / Pangio myersi)

Stand vom 5.6.2011

Allgemeines:

Dornaugen werden gerne und oft als Bodenfische in Aquarien gehalten. Meist leider nicht artgerecht, da das nötige Wissen oft fehlt. Oft, leider zu oft, werden diese Tiere in zu kleinen Gruppen und auch noch in zu kleinen Becken gehalten. Man muss sie hier vor Augen halten, dass Dornaugen Gruppenfische sind, und wichtige Soziale Reize in nicht ausreichend großen Gruppen fehlen. Zu halten ist diese Art nicht schwer, wenn man einige Grundsätze beachtet (hierzu später mehr).

 

In Zoo“fach“handlungen werden oft Dornaugen angeboten, aber um was für eine Art handelt es sich? Nun diese Frage ist oft schwer zu beantworten, denn selbst Experten sind sich oft uneins, was die genaue Identifizierung einer Art angeht. Zwar haben sie alle einen Schlangenähnlichen Körper, jedoch unterscheidet sich die Färbung bzw. Zeichnung von Art zu Art. Meist handelt es sich in den Läden um Pangio kuhlii oder Pangio myersi. Die Größe, bzw. die Länge, beträgt im ausgewachsenen Zustand meist 10-12cm. Altersangaben habe ich nur wenige, zuverlässige, vorliegen, in denen aber von bis zu 12 Jahren die Rede ist. Ihre ursprüngliche Heimat ist der südostasiatische Raum, genauer Borneo, Sumatra, Thailand und Java. Dort leben Pangio sp. meist in langsam fließenden, mineralienarmen, und leicht sauren Gewässern, mit vielen Versteckmöglichkeiten und in Wasser ragender Pflanzenbewuchs. Oft wissen Halter nicht, dass Pangio zu den Schmerlenartigen gehören, und somit durchaus Räuberische Züge aufweisen und Jagd auf Schnecken oder andere Wirbellose betreiben können. Wer sich vorstellt, diese Tiere durchgehend beobachten zu können, ist schief gewickelt, denn Pangio sind Dämmerungs-, bzw. Nachtaktiv. In gut bepflanzten Becken, kommen sie jedoch sogar schon nachmittags zum Vorschein. Dornaugen sind sehr zurückhaltende Fische, fast schon kann man sie als Schüchtern beschreiben. Man sieht sie immer als letztes fressen, und sie sind die ersten, die sich in Verstecke zurück ziehen. Dennoch zeigen sie keine Furcht vor größeren Fischen, wie ausgewachsenen Diskusbuntbarschen, oder großen Ancistrus.

Durch ihre Bodenlebende Lebensweise werden Pangio oft mit anderen Fischen vergesellschaftet, zwar ist hieran nichts dramatisches, aber oft werden sie in zu kleinen Becken gehalten, und es kommt zu Kümmerwuchs! Zwar lassen sich Pangio sp. gut vergesellschaften, da sie keine Aggressionen gegenüber anderen Zierfischen zeigen, zumindest konnte ich noch keine Beobachten, jedoch sollte man auch den Platzbedarf und die Schwimmfreudigkeit dieser Tiere mit einrechnen. Vergesellschaften kann man Pangio am besten mit anderen friedfertigen Bodenlebenden, Voraussetzung hier ist genügend Platz, Diskusbuntbarschen, andere kleinbleibenden Schmerlenarten, eben mit allem, was nicht in der Lage oder in der Absicht ist, Pangio zu verspeisen oder ihnen aggressiv zu begegnen.

Haltung:

Wie eben beschrieben, ist das Dornauge ein Gruppenfisch, und sollte auch als solcher gehalten werden. Um zu gewährleisten, dass genügend Platz vorhanden ist, sollte eine Beckengröße von mindestens 80x30x30cm (LxBxH) angestrebt werden. Zwar wird oft gesagt, Dornaugen können auch „problemlos“ in Becken mit 60cm Länge, also 54-63 Liter Volumen gehalten werden, jedoch zeugt dies von falschem Wissen, und man riskiert das Leben seiner Fische. Kümmerwuchs durch zu kleine Becken ist nicht selten, und kann mit Vorwissen umgangen werden! Auch sollte man sich Gedanken darüber machen, welche Gruppengröße man anstrebt. Wer Dornaugen einzeln oder in zu keinen Gruppen pflegt, begeht Tierquälerei! Das absolute Minimum für eine Gruppe sind 8 Tiere, nicht weniger! Wer bereits diese beiden Grundsätze beachtet, nämlich Becken- und Gruppengröße, kann schon fast nichts mehr falsch machen.

Was die Wasserwerte angeht kann Pangio fast in jedem Wasser gehalten werden, da er sehr widerstandsfähig ist. Jedoch sollte man auch hier einen Blick auf die Natürliche Lebensweise dieser Tiere werfen. Das Wasser in ihrer Heimat ist zum großen Teil mineralienarm und leicht sauer.

Wasserwerte:

Um seine Tiere möglichst Artgerecht zu halten, sollte man versuchen die Wasserwerte ihrer natürlichen Heimat nachzubilden!

Karbonathärte: 4-6°

Gesamthärte: 4°dGH, bis maximal 10°dGH

Temperaturen: mindestens 25°C, bis maximal 30°C. Am besten 27-28 C°

pH-Wert: zwischen 6 und 7, jedoch nie im Basischen Bereich!

 

Aquarium:

Wie oben beschrieben sollte das Becken mindestens eine 80cm Länge aufweisen! Als Bodenbewohner sollte man Pangio sp. einen etwas feineren, aber vor allem nicht scharfkantigen Bodengrund gönnen. Alles unter eine Körnung von 0,5cm ist akzeptabel. Verstecke sind wichtige Rückzugspunkte für die Tiere, deshalb sollte man eventuell einige Tonröhren, oder halbierte Kokosnüsse mit einbringen. Auf eine Holzwurzel sollte meiner Meinung nach keinesfalls verzichtet werden, sie bildet zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten und sieht meist optisch auch sehr schön aus. Auch einige Steinaufbauten aus abgerundeten Flusssteinen sollte nicht fehlen, da Dornaugen diese unter anderem verwenden um ihren Laich abzustreifen, dies beugt Laichverhärtung vor, und kann das Leben der Tiere retten. Pflanztechnisch sind kaum Grenzen gesetzt, jedoch sollte sie stellenweise etwas dichter sein, und darf auch gerne den oberen Bereich des Beckens zu wuchern. Das gedämmte Licht gibt den Dornaugen mehr Sicherheit, und sie zeigen sich aktiver. Als vorteilhaft haben sich hier vor allem Cabomba sp; Egeria sp; Hygrophila difformis; Limnophila sp. und diverse Luftwurzler wie Anubias erwiesen. Um die Temperatur von 27°C zu erreichen sollte ein ausreichend starker Heizstab mit eingebracht werden. Auch auf eine gute Umwälzung des Wassers sollte geachtet werden! Jedoch sollte die Strömung nicht den Bodengrund mit einschließen. Ich empfehle einen Außenfilter, welcher das Wasser durch sogenannte Düsenstrahlrohre zurück in das Becken leiten. Dies hat den Vorteil, dass die Strömung gleichmäßig an der Oberfläche verteilt wird, und man individuell durch höher- oder tiefersetzen der Rohre mehr, bzw. weniger Strömung herbeirufen kann. Sollte sich eine Mulmschicht bilden, ob nun durch selbsteingebrachtes Laub oder abgestorbene Pflanzen, sollte überlegen werden, diesen im Becken zu lassen! Die Dornaugen wühlen gerne darin, und der Mulm übernimmt eine Art Filterfunktion, da sich viele Filterbakterien in ihm ansiedeln. Hierdurch werden die Wasserwerte stabilisiert, und die Wasserqualität gefördert.

Nahrung:

Vor allem Frostfutter, wie rote, weiße und schwarze Mückenlarven, Artemia und sogenannte „Mysis“. Ab und an gebe ich kleingeschnittene Tiefseegarbelen aus der Tiefkühlabteilung von Lebensmittelläden. Ansonsten Flockenfutter, ab und an Futtertabletten und je nachdem wie lange die Tiere nichts gefressen haben, vergehen sie sich an kleineren Wasserschnecken wie Physa marmorata und Melanoides tuberculata.

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