Dendrobates auratus "Karibikseite"

Stand vom 6.7.2011

Allgemeines:

Dendrobates auratus ist wohl eine der variabelsten Arten im Bezug auf Farbmorphe! Meinem Wissen nach gibt es mindestens 24 Farbmorphe, welche auch in Südamerika, ihrer natürlichen Heimat, vorkommen. Dendrobates auratus sind tagaktive, ruhige und oftmals scheue Zeitgenossen, zeigen aber im Verhalten abhängig des Farbmorphs nach BIRKHAHN deutliche Unterschiede, so sollen Vertreter der Karibikseite ein weniger scheues Verhalten an den Tag legen, als Vertreter der Pazifikseite. In diesem Bericht möchte ich näher auf den Farbmorph „Karibikseite“ eingehen.

 

Wichtig ist, dass es keine Unterarten von Dendrobates auratus gibt. So wäre die folgende Bezeichnung falsch: Dendrobates auratus Karibikseite. Richtig geschrieben ist der Farbmorph in Anführungszeichen: Dendrobates auratus „Karibikseite“.

 

Die Grundfärbung besteht aus einem türkiesgrün, welches bei manchen Tieren auch metallisch schimmert, die Muster zeichnen sich durch schwarzen Flecken und Bändern aus. Die Größe variiert von 3 bis 4cm. Männchen weisen meist etwas größere Zehen auf, und Weibchen sind meist größer und fülliger.

Meine Tiere wechseln des Öfteren ihr Verhalten, manchmal, vor allem aber nach der Beregnung, sind sie sehr gut zu beobachten, und dann scheinen sie wieder wie vom Erdboden verschluckt. Zu beobachten sind sie meist in den frühen Morgenstunden, oder spät am Nachmittag, oft aber auch auf der Suche nach Futter. Auch scheinen sie sehr schreckhaft, stößt man versehentlich an das Terrarium, suchen sie sofort nicht einsehbare Verstecke auf, und verweilen dort recht lange. Territorialverhalten konnte ich bei meinen Tieren kaum bis garnicht erkennen, generell gelten die Dendrobates auratus „Karibikseite“ als sehr umgänglich und friedlich. Nach WELLS sind Männchen der auratus-Gruppe kaum territorial, und aggressive Verhaltensweißen kaum im Freiland zu beobachten.

 

Meine Gruppe besteht aus einem Männchen und zwei Weibchen. Bisher hatte ich nie Probleme damit, allerdings muss ich anmerken, dass ich bisher keine Nachzuchten, geschweige denn Gelege hatte. Nach der letzten Trockenperiode, fing das Männchen an zu rufen, verstummte allerdings nach einigen Wochen wieder. Ob das Ausbleiben nun am Druck durch zwei Weibchen, oder generell eine Unsympathie in der Gruppe vorliegt, kann ich nicht sagen. Vielleicht dauert es auch einfach etwas länger, da sie im Juni 2011 in ihr neues Terrarium gezogen sind, und jenes noch ungewohnt für sie ist. Ich vermute allerdings, dass es am Operationellem Geschlechterverhältnis, dem OSR (operational sex ratio) liegt, welches das Verhältnis der zur Fortpflanzung bereiten Geschlechtspartnern beschreibt. Dementsprechend kann ich auch nichts zur Zucht schreiben. Ich kann hier nur sagen, dass das Männchen einen recht leisen, eher brummeligen Ruf aufweist.

 

Dendrobates auratus „Karibikseite“ bevölkert die Regionen von der Provinz Atlántico Sur in Nicaragua bis zur Provinz Bocas del Toro in Panama, und lebt dort hauptsächlich in dicken Laubschichten der naturbelassenen Wälder, aber auch in der Nähe von Siedlungen.

 

Terrarium:

Ich habe mir persönlich ein Mindestmaß für Vertreter der auratus-Gruppe gesetzt, nämlich ein Mindestmaß von 60x50x50cm (LxBxH). Mein Terrarium liegt mit 100x50x60cm (LxBxH) deutlich darüber und scheint für eine Gruppe 1,2 ausreichend zu sein. Auch sehe ich es als Pflicht an, trockene Stellen zu bieten, sowie eine dicke Laubschicht.

 

 

Die Einrichtung:
Das Terrarium bietet mit einem Maß von 100x50x60cm (LxBxH) viele Möglichkeiten es einzurichten! Die Rückwände sind mit Styrodur verkleidet und nachdem ich sehr schlechte Erfahrungen mit Latex-Torf-Gemischen gemacht habe, bin ich auf die 2K PU-Variante umgestiegen und vollauf zufrieden damit! Beschichtet ist es mit grober, unbehandelter Erde auf Torfbasis. Bepflanzt ist es mit verschiedenen Bromelien, ein paar Ranken und mitten im Terrarium steht noch eine Chamaedorea elegans im Topf. Der Bodenaufbau besteht aus einer Drainage mit Kies, welcher einem Durchmesser von 1-2cm aufweist, und darüber eine sehr dicke Schicht aus verschiedensten Laubsorten. Bevorzugend einen Laubmix aus Platane, Eiche, Buche, Ahorn, Birke und etwas Bambuslaub.

 

Die Temperaturen schwanken tagsüber zwischen 24°C am Boden und knapp 30°C im oberen Bereich des Terrariums. Nachts fallen die Temperaturen auf etwa 20°C ab. Die Luftfeuchtigkeit schwankt zwischen 70% und steigt nachts auf 100% an. 

 

Momentan als Beleuchtung sind von 8 Uhr bis 20 Uhr zwei 21W T5 Röhren, und fünf 25W Halogenspots von 12-16 Uhr im Einsatz, insgesamt wird also 12 Stunden beleuchtet. Als weitere Technik ist ein 12V Lüfter auf der Gaze angebracht, welcher ganztags von XX:00 bis XX:15 Uhr Luft in das Terrarium drückt, und 7 Regendüsen, 6 normale und eine Nebeldüse, alle von Dendroshop.

 

Ernährung:
Bei allen Dendrobatiden ist auf eine abwechslungsreiche Ernährung zu achten! Als Hauptfutter biete ich meinen Tieren Erbsenblattläuse und verschiedene Springschwanzarten, ansonsten verschiedene tropische Asseln, sehr gerne Wiesenplankton, Weizenblattläuse und sehr, sehr wenig Drosophila.

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